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Aion elyos

Dies ist die Geschichte Atreia's aus der Sicht der Elyos.
Die Sicht der Asmodier steht im Buch der Asmodier.

EinleitungBearbeiten

Genau heute vor einem Jahr kamen sie. Diese Scheusale, diese verfluchten Asmodier. Sie erschienen aus dem Nichts und drängten sich durch eines unserer Portale, Sekunden, nachdem unsere Legionäre es verlassen hatten. Die Feiglinge. Sie metzelten uns an Ort und Stelle nieder und obwohl unsere Tapfersten alles versuchten, um ihren Angriffen standzuhalten, welche Chancen hatten sie denn schon gegen diese Unsterblichen? Ich rannte, ich schäme mich nicht, es zuzugeben, ich rannte und versteckte mich, während meine Freunde, Nachbarn und meine ganze Familie ermordet wurden.

Jemand muss sich an solche Gräueltaten erinnern, denn es sind diese Taten, an denen ein vernunftbegabtes Wesen erkennen kann, wer in unserem Volk rechtschaffen und wer verrucht ist. Ich rannte also und versteckte mich und als ich zu meiner Siedlung zurückkehrte, half ich dabei, die Toten zu begraben. “Warum?”, fragte ich, “Warum macht jemand so etwas?” Zu jenem Zeitpunkt erkannte ich, wie wenig ich über die Geschichte unseres Planeten wusste. Kurz danach begann ich mit meinen Nachforschungen, um herauszufinden, was vor so vielen Jahren vorgefallen war und weshalb diese Geschehnisse zum Krieg gegen jene, die einst unsere Brüder waren - gegen die Asmodier - führte. Auf diesen Seiten findet Ihr alles, was ich über Atreia, jene von uns, die in diesem geheiligten Land lebten, und jene, die noch immer hier leben, herausgefunden habe.

Sind wir ein überhebliches Volk? Vielleicht. Ich habe bei den Elyos Überheblichkeit im selben Ausmaß wie Wärme und Großzügigkeit gesehen. Die Asmodier jedoch - ich musste es am eigenen Leib erfahren - haben dafür gesorgt, dass ich mein eigenes Blut koste. Ist es nicht offensichtlich, dass diese Kreaturen, diese abscheulichen Monster, von Aion verflucht wurden? Ist es möglich, dass wir Elyos in all unserer Schönheit und Anmut gesegnet sind? Sind wir ein Abbild der Umgebung, in der wir leben und überleben, oder ist vielmehr die Umgebung ein Abbild unserer selbst? Ich weiß es einfach nicht.

Mein Name ist Rafaela und ich habe detaillierte Nachforschungen für Euch. Ich kann nur hoffen, dass Ihr meine Aufzeichnungen nützlich findet, und dass sie Euch dabei helfen werden, diese wunderschöne, zerstörte Welt von den Unholden, die sie befallen haben, zu befreien.

Kapitel 1 - SchöpfungBearbeiten

Vor unendlich langer Zeit erschuf unser Gott Aion Atreia. Unsere Welt war wunderschön, ein Planet voller Leben und Farbe, mit dem mächtigen Turm der Ewigkeit im Zentrum. Zu jener Zeit waren wir und die Asmodier ein einziges Volk, das sich schlicht und einfach “Menschen” nannte. Unsere Welt war vollkommen in sich geschlossen und im Inneren nur von dem sanften Leuchten des Turms erhellt. Wir wurden genährt, wir hatten Hoffnung und wurden auf jede erdenkliche Weise unterstützt. Dafür dienten wir unserem Gott mit Leib und Seele. Dieses Wissen stammt nicht aus Geschichten und Überlieferung, die von einer Generation an die nächste weitergegeben wurden, wir entnahmen es vielmehr etlichen Relikten und Inschriften, die unsere Archäologen in Ausgrabungsstätten überall in Elysea gefunden haben.

Weshalb Aion diese Welt für uns geschaffen hatte, bleibt ein Rätsel. Rückblickend ist uns jedoch klar, dass unser Gott eine riesige Herausforderung für uns vorhergesehen hatte: Ein Monster wurde heraufbeschworen, um unsere Entschlossenheit und die Stärke unseres Glaubens auf die Probe zu stellen.

Kapitel 2 - Das Zeitalter der BalaurBearbeiten

Sie wurden die Draken genannt und waren grässlich anzusehende Bestien. Diese Monstrositäten kommen in unseren ältesten Fabeln vor, und noch heute erzählen wir des nachts unartigen Kindern von ihrer ungezügelten Wut und ihrer Blutrünstigkeit. Wir lernten schnell, uns vor ihnen zu verbergen, indem wir uns in natürlich geformten Unterschlüpfen ihren spähenden Blicken entzogen. Dennoch verloren wir Tausende der Unseren, während andere Geschöpfe durch ihre unerbittlichen Attacken restlos ausgelöscht wurden. Wieder andere, wie die Mau und die Krall, wurden von den Draken versklavt; nur am Leben gelassen, um ihre rohen Kräfte gegen andere Feinde einsetzen zu können.

Diese Draken, von Aion entsandt, um über Atreia zu herrschen, gewannen stetig an Selbstvertrauen und vermehrten sich schnell. Mit ihrer wachsenden Machtgier vergaßen sie jedoch ihren ursprünglichen Auftrag und schließlich sogar ihren Gott. Nach unserer Überlieferung gab es einen ganz bestimmten Tag, an dem die Draken eine Veränderung erfuhren. Sie organisierten sich besser und eine Handvoll von ihnen erlangte die Vorherrschaft über die anderen. Später erfuhren wir, dass die Draken dieses Ereignis ihr “Erwachen” nannten, und ungefähr zu diesem Zeitpunkt belegten ihre neuen Herren, die fünf Drachengebieter, ihr Geschlecht mit dem Namen, den wir bis heute verwenden - die Balaur.

Als unsere Vorfahren die Balaur zum ersten Mal zu Gesicht bekamen, dachten sie, es sei eine neue Rasse, so sehr unterschieden sich ihre Erscheinung und ihre Fähigkeiten. Nach den ersten Angriffen erkannten sie jedoch die Brutalität ihrer Widersacher und deren unerbittliches Verlangen, Leben zu vernichten, und unsere Vorfahren erkannten: Diese Kreaturen, die offenbar den Segen Aions erhalten hatten, waren dieselben Schreckensgestalten, die zuvor gnadenlos Rasse um Rasse von Atreias Oberfläche getilgt hatten.

Mittlerweile hatten diese Bestien ihren Auftrag völlig vergessen; sie waren anmaßend und arrogant geworden und verlangten von Aion mehr Macht als dieser ihnen gewähren konnte. Aion weigerte sich, solch zerstörerischen Unholden dieselben Fähigkeiten wie die unseres gütigen Schöpfers zu verleihen, da er schreckliche Konsequenzen befürchtete. Als sie erkannten, dass Aion ihrem Fortkommen im Weg stand, wandten sich die Balaur gegen ihren eigenen Gott, riefen ihre kriegerischsten Untertanen zusammen und bedrohten schließlich sogar den Turm der Ewigkeit.

Kapitel 3 - Der MillenniumskriegBearbeiten

Unsere Vorfahren waren mutig und verteidigten geschlossen den Turm und die Götter, die sie zu lieben gelernt hatten. Die Balaur durchbrachen jedoch mit ihrer schieren Kraft ihre Reihen und töteten Tausende auf der Stelle. In einem verzweifelten Zug erschuf Aion die empyrianischen Gebieter, 12 mächtige Beschützer, die die plündernden Balaur zügeln und die Ordnung in Atreia wiederherstellen sollten. Außerdem schuf Aion den Äther, eine Substanz, die die empyrianischen Gebieter zu ihrem eigenen und dem Schutz ihrer Anhänger vor den Balaur manipulieren konnten. Diese Substanz wurde auch zur Erschaffung eines Schutzschildes um den Turm von Aion verwendet, der groß genug war, damit unsere überlebenden Vorfahren sich innerhalb seiner Grenzen erholen und langsam zumindest den Anschein von Zivilisation wiederherstellen konnten.

So begann der Millenniumskrieg, ein Konflikt, bei dem die Gebiete außerhalb unseres Ätherschilds brannten und die Geschöpfe vor Schmerzen brüllten, als die Balaur ihre Wut an allem ausließen, was ihnen auch nur einen Funken Widerstand entgegensetzte. Die Inschriften, die noch existieren, deuten darauf hin, dass unser Volk während dieser Zeit florierte, während die empyrianischen Gebieter ihren Kampf gegen die Balaur tapfer fortsetzten und schließlich jene Menschen, die den Äther ähnlich wie sie selbst einsetzen konnten, mit sich nahmen. Diese Individuen wurden als Daeva bekannt und sollten im Lauf der Zeit eine Kraft erschließen, die ungleich größer als unsere eigene war. Sie wurden geradezu als Halbgötter verehrt und sollten bald maßgeblich an der Gestaltung unserer Zukunft beteiligt sein. Tatsächlich führte ihre Flugfertigkeit dazu, dass viele von uns sie für Engel hielten, von Aion gesandt, um Ordnung und Stabilität in unsere Welt zu bringen.

Der Krieg tobte jahrelang, und obwohl eine Seite gelegentlich die Oberhand gewann, schien das Gleichgewicht der Parteien sehr ausgewogen zu sein. Sollte eine Seite schließlich den Sieg für sich beanspruchen, so würde der Preis für ihr Volk unerträglich hoch sein.

Aus Angst vor einer Fortsetzung dieses lähmenden, entmutigenden Krieges fingen einige unserer empyrianischen Gebieter an, nach anderen Wegen zu suchen, um ihn zu beenden ...

Kapitel 4 - HoffnungBearbeiten

Unter allen empyrianischen Gebietern gab es eine Leuchtgestalt, die uns am meisten ansprach, ein wunderschönes Wesen namens Ariel. An einem ihrer ersten Abende in Atreia stieg Ariel vom Turm von Aion herab und gesellte sich zu uns an unser Lagerfeuer. Sie wirkte sehr aufgeschlossen, ging geduldig auf alle unsere Fragen ein und gab uns genau die Antworten, die wir erhofften. Die Balaur würden trotz all ihrer fürchterlichen Macht nicht wagen, die Grenzen des ätherischen Schildes zu überschreiten. Zum ersten Mal seit unzähligen Jahren waren wir tatsächlich in Sicherheit. Wir besitzen immer noch die in eine Steintafel eingeritzte Darstellung dieser Szene, auf der diese wundervolle Frauenfigur mit ausgebreiteten Armen vor uns steht und wir Tränen der Freude und Erleichterung vergießen, während wir nach ewig langem Warten endlich wieder einen Grund zum Feiern hatten.

Ich berichte Euch von Ariel, wie sie die Erste war, die die Weisheit von Lord Israphels überraschendem Vorschlag verstand und erkannte, dass unsere einzige Hoffnung im Frieden bestand. Nur sie besaß die Voraussicht, zu erkennen, dass selbst ein unwahrscheinlicher Sieg uns zu Grunde richten würde; und nur sie war mutig genug, sich den anderen empyrianischen Gebietern entgegenzustellen und ihre unersättliche Kriegslust als hohles und eitles Machtgebahren zu entlarven.

Sie schloss sich Israphels Meinung an, dass wir, wenn wir nach tausend Jahren noch immer in denselben Krieg verstrickt waren, keinerlei Garantie besaßen, dass er nicht auch noch nach zwei-, drei- oder zehntausend Jahren wüten würde. Genau wie zuvor Israphel hatte Ariel erkannt, dass wir durch ein Weiterführen dieses erschöpfenden Krieges Gefahr liefen, mehr als nur zahlenmäßig dezimiert zu werden. Wir drohten, jene Eigenschaft zu verlieren, die uns über die Balaur und all die anderen brutalen Bestien unserer Welt erhob: unsere Menschlichkeit. Es war allgemein bekannt, das Israphel mehr Hass für die Balaur empfand als alle anderen. Wenn sogar er seinen Hass und seine Verachtung zugunsten des Friedens überwinden konnte, dann konnten - nein, mussten - wir alle es ihm gleichtun.

Es gibt zwar keine Aufzeichnungen darüber, wie die Verhandlungen der empyrianischen Gebieter über Israphels Antrag im Einzelnen verliefen; es ist jedoch bekannt, dass sich zwischen Ariel und den mehr kriegerisch gesonnenen Gebietern eine klare Front gebildet hatte. Es war klar, dass der Beschluss Frieden anzustreben nur gegen eine beträchtliche Opposition gefasst werden würde; und zum ersten Mal zeigten sich Risse in unserer bis dahin so geschlossen auftretenden Gemeinschaft.

Doch die Kriegstreiber und Ruhmsüchtigen konnten zetern und schreien, so viel sie wollten, die Autorität von Israphel und Siel als Wächter des Turms konnten sie nicht anzweifeln. Lady Ariel und die vier heiligen Gebieter auf ihrer Seite stritten Stunde um Stunde für die gerechte Sache, doch letztlich war es Lady Siels Zustimmung, die den Ausschlag gab und den endgültigen Beschluss herbeiführte. Die Wächter hatten entschieden: Es sollte Frieden geben.

Unsere Ahnen jubilierten. Und war das nicht auch zu erwarten gewesen? Die unmäßige Wut von Lord Asphel und seinen Handlangern war nichts weiter als das hysterische Zorngeschrei von Kindern, die ihren Willen nicht bekommen. Als sie sich in die kalte Nacht hinwegschwangen, zweifelte niemand daran, dass sie wiederkehren würden, wenn ihre Wut sich etwas abgekühlt haben würde. Es war klar, welcher Pfad nun vor uns lag, und keiner würde wagen, dagegen zu rebellieren.

Ariel und ihre Getreuen stimmten Lob- und Dankesgesänge auf Aion an, und zum ersten Mal seit unzähligen Jahrzehnten wagten wir wieder zu hoffen.

Kapitel 5 - Die große KatastropheBearbeiten

Der Morgen der Friedenskonferenz brach an. Unsere Vorfahren erwachten mit dem Anblick der fünf Drachengebieter, der Anführer der Balaur, die allein draußen vor dem Ätherfeld standen. Auf den Abbildungen jenes Tages werden sie als riesige Geschöpfe dargestellt, ungleich größer als andere Balaur.

Siel und Israphel, die beiden empyrianischen Gebieter, die für den Schutz des Turmes zuständig waren, senkten das Ätherfeld und baten die Drachengebieter zu den Verhandlungen ins Innere des Turmes. Es wäre diesen Geschöpfen ein Leichtes gewesen, uns alle zu vernichten; stattdessen zogen sie es vor, friedlich durch unsere Niederlassungen zu wandeln und sich ins Innere des Turms zu begeben. Vielleicht hatten wir mit unser Widerstandskraft und Entschlossenheit ihre Achtung erworben, und vielleicht war das Vertrauen, das wir und Ariel ihnen entgegengebracht hatten, doch nicht völlig fehlgeleitet gewesen. Asphel und seine Spießgesellen waren ebenfalls zugegen - ihre Gesichter wutverzerrt. Die Friedenskonferenz begann, und eine Zeit lang hatte es den Anschein, als würden die Verhandlungen gute Fortschritte machen.

Doch dann passierte es - und zwar in Sekundenschnelle.

Wir sprechen noch immer über die Ereignisse, die diesem Tag folgten, über die plötzliche Panik, die unerträgliche Gewissheit, die uns erfasste: Die Kriegshetzer würden sich durchsetzen, selbst wenn sie dabei ganz Atreia opferten. Wir sahen mit an, wie Asphel plötzlich eine geschmeidige Bewegung vollführte und der Drachengebieter Vitra zusammenbrach. Die Balaur verschwendeten keine Zeit mit Worten. Augenblicklich brachen Blutvergießen und Chaos aus.

Mit neu entfachtem Hass metzelten sie alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte, drängten an uns vorbei, direkt ins Zentrum von Aion. Die Mauern des Turms erbebten, zersprangen und brachen in riesigen Brocken ab.

Ariel schluchzte, während sie versuchte, die Zerstörung des Turms der Ewigkeit aufzuhalten. Sie war gemeinsam mit ihren untergebenen Lords zur Südseite seines Sockels beordert worden, wo sie dem Turm ihre Energie verleihen sollten, und war jetzt das einzige Hindernis, das zwischen Atreia und seiner Vernichtung stand. Asphel, der mit seiner Gruppe zu demselben Zweck nach Norden entsandt worden war, war zweifellos hoch erfreut ob der unerwarteten Wiederaufnahme der Feindseligkeiten, und brannte darauf, seine Pflicht zu erfüllen und den Turm vor der Vernichtung zu schützen.

Trotz Ariels Bemühungen scheiterten die Lords. Der Turm ächzte, gab nach und zerbarst. Aion fiel.

Die Angst, die unsere Ahnen erfasste, als der mächtige Turm, der das Innere von Atreia umspannte, sich plötzlich bewegte und in Stücke zerfiel, kann ich nicht beschreiben. Unser Volk erzählt sich, dass Tausende um ihr Leben rannten, als hinter ihnen die Hölle losbrach.

Als sie erkannten, dass Atreia selbst in den letzten Zügen lag, opferten Siel und Israphel ihr Leben. Sie entzogen beide ihren Körpern den lebenswichtigen Äther und setzten ihn in einer letzten, verzweifelten Anstrengung ein, um unser Volk zu schützen, während sie selbst ihre letzten Atemzüge taten.

Das Ereignis, das heute als die Große Katastrophe bekannt ist, kostete Millionen ihr Leben. Als sich der Staub schließlich legte, sahen wir, was aus unserer wunderschönen Welt geworden war: Aion, der Turm der Ewigkeit, lag in Trümmern und unsere Welt war entzweigebrochen.

Kapitel 6 - ParadiesBearbeiten

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Ich bin eine Elyos; ich gehöre zu dem Volk, das sich auf der unteren Hälfte Atreias wiederfand, in einer neuen Welt, der wir den Namen Elysea gaben. Anfangs waren unsere Augen geblendet vom jungfräulichen Licht des nahen Sterns, das so erbarmungslos brannte, verglichen mit dem kühlen Leuchten, das unser Turm abgegeben hatte, bevor er in tausend Stücke zersprungen war. Doch schon bald hatten wir uns angepasst und feierten diese neue Welt, die unsere Heimat geworden war. Unser Volk richtete den Blick himmelwärts auf die dunklen Überreste des alten Atreia, die sich langsam über uns drehten und verzweifelt versuchten, an der einstigen Pracht unseres Heiligtums festzuhalten.


Das wundervolle Licht, das von unserem neuen Stern ausging, verwandelte unsere einst so kargen Felder in üppiges Weideland, und es machte uns zu den anmutigen Wesen, die wir heute sind. Unsere Haut erstrahlte mit neuer Lebenskraft, unsere Herzen schlugen fester und regelmäßiger als zuvor, und es dauerte nicht lange, bis wir wieder vollständig auf die Beine gekommen waren. Einige von uns waren schnell überzeugt davon, dass all das von Aion vorherbestimmt war. Wir waren die Elyos, Aions Auserwählte, und unser Gott hatte uns ein Paradies geschenkt. Nicht einmal die Balaur konnten unserer neuen Welt etwas anhaben - von Ariel erfuhren wir, dass sie von Siel und Israphel in unergründliche Tiefen verbannt worden waren, bevor diese beiden edlen Daeva während der Großen Katastrophe ihr eigenes Leben für uns geopfert hatten.


Die fünf empyrianischen Gebieter, die Siel und Israphel uns geschickt hatten, nahmen uns in ihre Obhut und nannten sich nun “Seraphengebieter”. Die Seraphengebieter berichteten unseren Ahnen von ihren ehrenvollen Anstrengungen und davon, wie die anderen fünf empyrianischen Gebieter die Balaur beleidigt und zu einem offenen Kampf provoziert hatten. Unsere einst so stabile und harmonische Welt war nun in zwei Teile gerissen, und wir erfuhren, dass der vermaledeite Lord Asphel und die anderen vier Gebieter an seiner Seite die Verantwortung dafür trugen.

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Allmählich bauten wir uns ein neues Leben auf, und parallel dazu unsere neue Hauptstadt, eine Stadt, deren Pracht der Herrlichkeit unserer Gebieter angemessen war, und die wir Sanctum nannten. Wir verschworen uns der Verteidigung unserer neuen Heimat und die stärksten unserer Daeva wurden von den Seraphengebietern als ihre Wächter abgestellt.


So vergingen 750 atreische Jahre. Die meisten davon herrschte Frieden, und unser Volk erfreute sich am allmählich wachsenden Wohlstand. Doch schon bald sollte sich auch das wieder ändern, als unser Planet anfing, sich selbst zu heilen.

Kapitel 7 - Der Abyss und die SturmlegionBearbeiten

Die einzigen Überreste, die nach der Großen Katastrophe von unserem einst so prächtigen Turm noch übrig blieben, waren zwei Stümpfe, einer auf unserer Welt und der andere, der noch von Atreias oberer Hälfte sichtbar war. Der Großteil des Turmes war jedoch zerstört, seine Splitter verteilt über die beiden Hälften unserer Welt.

Dann begann sich eines Tages die Erde um diese Splitter ganz von selbst zu lockern, und sie erhoben sich langsam, um schließlich ganz in der Luft zu schweben. Wir schickten unsere tapfersten Wächter aus, um der Sache auf den Grund zu gehen, und sie stießen auf Portale, die zu riesigen schwebenden Bruchstücken des Turms von Aion führten, in einem seltsamen Reich, in dem der Ätherfluss schier unerschöpflich schien.

Wir nannten diesen Ort den Abyss, und allmählich drangen unsere Daeva immer weiter in diese neue und gefährliche Umgebung vor. Der Äther, den Aion unseren empyrianischen Gebietern geschenkt hatte, und den die Daeva während des Krieges begonnen hatten, für ihre Zwecke zu manipulieren, war in dieser Welt reichlich vorhanden. Viele Daeva waren jedoch verloren; denn die Portale waren instabil und schienen sich nicht mehr öffnen zu wollen, wenn sie einmal geschlossen wurden, wodurch alle, die sie passiert hatten, im Niemandsland endeten.

Eines Tages öffnete sich dann ein neues Portal, das größer und stabiler war als die anderen. Einer unserer Wächter, er hieß Deltras, ging hindurch, und was er auf der anderen Seite sah, raubte ihm den Atem. Er und seine Legion, die Sturmlegion, standen auf der oberen Hälfte Atreias, und wie sie den Himmel überblickten, sahen sie nicht die im Schatten liegenden Überreste des Turms von Aion, sondern stattdessen ihre eigene Heimatwelt Elysea, in warmes Sonnenlicht getaucht.

Mit größter Vorsicht drangen sie weiter vor und erkundeten dieses seltsame Land, das einst ein Teil ihrer Heimat gewesen war. Es war ein dunkler und unheilvoller Ort, voller flüsternder Geräusche und vorbeihuschender Schatten. Dort trafen sie auf die Asmodier, die einst ihre Brüdern und Schwestern gewesen waren, sich jedoch in üble, ungestalte Kreaturen verwandelt hatten. Diese alptraumhaften Wesen wurden noch dazu von einem grausamen empyrianischen Gebieter namens Zikel angeführt.

In der sie umgebenden Dunkelheit konnten unsere Daeva sich nicht richtig verteidigen und wurden von Zikel und seinen Monstern gefangen genommen. Dieser Unhold, den wir einst neben unserer heiligen Lady Ariel verehrt hatten, warf Deltras zu Boden und verlangte, er solle die Seraphengebieter wegen ihrer “Feigheit” verfluchen. Doch der tapfere und edle Deltras bewies den unbeugsamen Stolz der Elyos. Er weigerte sich, die Seraphengebieter zu schmähen und verfluchte stattdessen den arroganten Zikel.

Die Asmodier fielen über Deltras und die seinen her, und wir, die wir auf der anderen Seite des Portals gewartet hatten, sahen nur zwei von ihnen zurückkehren, verletzt und blutverschmiert.

Kapitel 8 - Ein neuer alter FeindBearbeiten

Wir waren sprachlos. Wir waren sprachlos, weil wir nicht verstehen konnten, wie irgend jemand auf diesem verwüsteten, eisigen Ödland über uns überleben konnte. Wir waren sprachlos als wir sahen, was aus diesen Asmodiern geworden war. Wir mussten unsere Legionen schnellstmöglich mobilisieren und uns auf einen Krieg vorbereiten.

Allerdings hatte Aion noch eine weitere Prüfung, mit der unsere Entschlossenheit auf die Probe gestellt werden sollte: Es gab ein drittes stabiles Portal, das sich öffnete und ein altes Grauen entfesselte, von dem wir gehofft hatten, es nie wieder sehen zu müssen - die Balaur. Sie verloren nicht die geringste Zeit, um ihre Truppen zu mobilisieren, und riefen die Krall und die Mau zurück an ihre Seite. Schwächere Völker wurden unterjocht, und kämpfen nun an ihrer Seite. Die Balaur sind aggressiver als je zuvor, und wir sind es nun, die die volle Wucht ihres Zorns ertragen müssen.

Aber wir werden standhaft sein. Wir Elyos sind das Leuchtfeuer einer neuen Ära und das Versprechen auf eine bessere Zukunft. Wir sind das Leben und die Verkörperung der Lebensfreude. Doch seid gewarnt: Diejenigen, die versuchen, unser Licht zu ersticken, werden wir mit eiserner Faust hernieder strecken.

Trotz aller Entschlossenheit gibt es aber selbst von den Größten bis zu den Niedersten unseres Volkes nicht einen, der nicht auch von Zweifeln geplagt gewesen wäre. Stehen wir wirklich in der Gunst von Aion? Sind unsere Anführer wirklich tugendhaft und weise? Werden wir unser großes Ziel, alle Länder unter der erleuchteten Führung der Elyos zu vereinen, jemals erreichen? Sind wir wirklich besser als die Monster, gegen die wir kämpfen? Der tiefste und tückischste Zweifel von allen nagt am Kern unserer Mission selbst - sind wir im Recht?

Die stechenden Bisse des Gewissens, das in unseren Seelen wohnt, können nicht von der Kraft unserer Gedanken oder unseren Debatten abgestumpft werden. Sie erfordern einen Appell an den großen Geist. Einer alten Legende nach, die wahrscheinlich aus der Zeit der großen Katastrophe stammt, entschloss sich ein junger, von Zweifeln geplagter Elyos, Lady Ariel um Rat anzubeten. Ariel erschien ihm in einer Vision von anmutiger Herrlichkeit, legte ihre Hand auf seine Schulter und sprach drei einfache Worte:

‘Glauben und Krieg.’

Mögen alle jungen Elyos, die meine Worte lesen, sich diese Warnung zu Herzen nehmen. Streitet und quält einander nicht, sondern erhebt eure Waffen im Namen der Seraphengebieter, und stellt euch euren Feinden! Wenn wir gemeinsam in den Kampf ziehen, werden unsere Legionen im Lichte unseres glänzenden Stahls und der Liebe der Lady, die in unseren Herzen wohnt, erstrahlen ... und alle Zweifel werden mit dem Morgentau verschwunden sein.

Der Glaube allein ist nicht viel mehr als Frömmigkeit, die Elyos sind aber sehr viel mehr als passive Märtyrer. Martialische Stärke ist ohne die leitende Hand der höheren Kräfte nichts weiter als nackte Brutalität - wie sie die Asmodier oder ruchlose, machtbesessene Kriegsherren an den Tag legen. Vereint unter dem heiligen Treuegelöbnis Elyseas haben wir es mit der kombinierten Stärke unseres Glaubens und unserer Waffen selbst in der Hand, unsere edle Vision zu bewahren und das Versprechen einer besseren Zukunft für alle einzulösen.

Wir schulden all jenen, die vor uns gegangen sind, so unglaublich viel. Unsere Welt, das Land in dem wir leben, hat von Siel und Israphel eine äußerst empfindliche Lebensader erhalten. Wir lebten in dem Glauben, dass diese Lebensader uns die Möglichkeit geben würde, unseren Sieg über den asmodischen Feind zu feiern, einen Feind, der es einst wagte, uns als Brüder und Schwestern zu bezeichnen. All dies sollte sich jedoch ändern, als wir durch eine Fügung des Zufalls eine furchtbare Entdeckung machen mussten ...

Atreia stirbt. Unsere Welt blutet aus. Sie verliert durch den Abyss ständig an Äther, und wenn wir diese Blutung nicht kontrollieren, nicht aufhalten können, so wird diese Quelle des Lebens in Bälde erschöpft sein. Unsere Welt, die einzig und allein durch Siels und Israphels endgültiges Opfer zusammengehalten wird, würde einfach auseinander fallen, und die leblosen Hälften, die einst diesen großartigen Planeten formten, müssten für immer durchs All treiben. Sämtliches Leben würde im Handumdrehen ausgelöscht werden, und alles was wir erreicht, alles wofür wir so hart gearbeitet haben, wäre für immer verloren.

Unsere Priester und Theologen begannen fieberhaft, nach einer Lösung zu suchen. Und diese Lösung fanden sie auch.

Der Abyss ist das Echo des großen Turmes der Ewigkeit, der einst stolz in der Mitte unserer Welt stand. Seine Existenz verdankt er den immensen arkanen Kräften, deren gegenseitige Resonanz die zwei Reste des Turms wie die entgegengesetzten Pole eines gigantischen Magneten verbindet. Wenn es uns gelänge, den asmodischen Turm der Finsternis zu zerstören, so würde dieses Feld zusammenbrechen und den Abyss für immer schließen. Damit würden wir diese Welt nicht nur von ihrer dunklen und hässlichen Narbe befreien sondern könnten dabei auch unsere eigene Welt vor der Zerstörung bewahren. Unser Volk könnte endlich in Frieden in dem ewigen Paradies leben, das uns Aion beschert hat!

Dies ist unsere letzte Prüfung, die letzte Hürde, die wir noch nehmen müssen, bevor wir unsere wohlverdiente Belohnung ernten können. Wir müssen die Asmodier und ihre kümmerliche Welt vernichten. Wir müssen Atreia retten.

Glauben und Krieg!

- Rafaela Semperti.

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